Key-Feature-Ansatz oder der Schlüssel zum Erfolg

Key: Schlüssel
Feature: Eigenschaft, Besonderheit, Merkmal, Charakteristikum
key feature: das Hauptmerkmal lt. Leo

Es handelt sich hier um einen neuen Ansatz zur Wissensüberprüfung um in der Medizin das geforderte prozedurale Wissen schriftlich abfragen zu können.

Ich beziehe mich auf einen Artikel im GMS Jouranl for Medical Education: Key-Feature-Probleme zum Prüfen von prozeduralem Wissen: Ein Praxisleitfaden, Kopp et al., 2006

Es geht um Key-Feature-Probleme, das meint eine neue Form der Wissensüberprüfung um in der Medizin das schriftliche Prüfen von prozeduralem Wissen zu ermöglichen, bzw. um ein Format zu erweitern.

Mir würde Key-Feature-Aufgabe als Wort besser gefallen. Allerdings geht es natürlich darum die Problemlösungskompetenz von Medizinstudierenden abzubilden. Und in „Problem-Based Learning Curricula“ ist das Problem allgegenwärtig – als Wort und als Kern, als Zentrum worum alles kreist.

Da es um Wissensüberprüfung geht, stellt sich immer die Frage, welche Art von Wissen soll wie überprüft werden. Im Artikel ist das mit Hilfe der Wissenspyramide nach Miller schön dargestellt

modifizierte Wissenpyramide mit geeigneten Prüfungsformen (nach Miller)
[Miller GE. The assessment of clinical skills/competence/performance. Acad Med. 1990;65:63-67. ]

Prozedurales Wissen ist, wie der Name schon vermittelt, das Wissen darum wie Dinge gemacht werden und welcher Ablauf, welches Prozedere,  sinnvoll ist. Das deskriptive Wissen steht für Faktenwissen. Faktenwissen ist auch durch schriftliche Prüfungen relativ leicht abzufragen. Faktenwissen allein macht sicher keinen guten Arzt, keine gute Ärztin. Es ist Grundlage für Entscheidungsprozesse.

Genau diese Entscheidungskompetenz soll mittels Key-Feature-Aufgaben überprüft werden können.  Der Terminus „Key Feature“ wurde erstmals von 1987 von Bordage und Page für die Überprüfung von Entscheidungskompetenz bei MedizinerInnen eingeführt. Dieses Konzept bot eine Alternative zum damals üblichen „PatientManagementProblem“ (PMP). Hier handelte sich um ein ein klinischen Fallszenario mit Fragen zu Anamnese, Untersuchung und Diagnose. Es waren sehr lange Fälle, weil man annahm, dass Entscheidungskompetenz eine generelle Fähigkeit sei und weitgehend unabhängig von Faktenwissen.

Warum auch immer jemand das annahm. Das ist meiner Meinung nach eine interessante Annahme. Es stellt sich die Frage wohin es führt, wenn in Unkenntnis der Fakten Entscheidungen getroffen werden. Dieser Frage gehe ich hier jetzt nicht weiter nach.

[Bordage G, Page G. An alternate approach to PMPs, the key feature concept. In: Hart I, Harden R (Hrsg.). Further Developments in Assessing Clinical Competence. Montreal: Can-Heal Publications. 1987:p.57-75. ]

Jedenfalls setzten sich Bordage und Page kritisch mit der Erfassung von Entscheidungskompetenz auseinander und kamen zu dem Schluss, dass PMP letztlich ungeeignet waren diese medizinische Entscheidungskompetenz zu überprüfen. Sie versuchten die Schwierigkeiten zu überwinden, indem sie klinische Probleme auf ihre kritischen Schritte reduzierten, Diese kritischen Schritte nannten sie Key Features KF. Nach LEO- Dictionary also Hauptmerkmale.

Page und Bordage definierten es als einen „kritischen Schritt zur Lösung eines Problems“. Zusätzlich sind ihnen noch zwei Dinge wichtig:

  1. KF  fokussiert auf einen Schritt bei dem Medizinstudierende sehr häufig verleitet sind Fehler zu machen bei der Lösung des spezifischen Problems.
  2. KF ist auch in der Praxis ein schwieriger Aspekt bei der Identifikation und Lösung des Problems.

[Page G, Bordage G, Allen T. Developing key-feature problems and examinations to assess clinical decision-making skills. Acad Med. 1995;70(3):194-201. ]

Die (Prüfungs)Fragen zur klinischen Situation beziehen sich meist auf die Differentialdiagnosen, auf weiterführende Untersuchungen zur diagnostischen Abklärung und auf das weitere Management und die therapeutischen Entscheidungen.

Sozusagen in der Kürze liegt die Würze.

Daher können auch bei einer Prüfung mehrere Szenarien abgefragt werden und das Ergebnis bezüglich der Kompetenz des Studierenden wird verlässlicher. Es wird Entscheidungskompetenz und Faktenwissen geprüft – wir erinnern uns – weil (sinnvolle/  fundierte ) Entscheidungen ohne Faktenwissen nicht möglich sind. Also Mediziner*innen mit Faktenwissen und Entscheidungskompetenz.

Also durchaus ein möglicher Schlüssel zum Erfolg auf dem Weg zum guten Arzt / zur guten Ärztin.

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